Das British Iron and Steel Institute wies darauf hin, dass hohe Strompreise die kohlenstoffarme Transformation der Stahlindustrie behindern werden.

Am 7. Dezember wies der britische Eisen- und Stahlverband in einem Bericht darauf hin, dass höhere Strompreise als in anderen europäischen Ländern den Übergang der britischen Stahlindustrie zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft beeinträchtigen werden. Der Verband forderte die britische Regierung daher auf, ihre eigenen Stromkosten zu senken.
In dem Bericht wurde festgestellt, dass britische Stahlproduzenten 61 % höhere Stromrechnungen zahlen müssen als ihre deutschen Kollegen und 51 % höhere Stromrechnungen als ihre französischen Kollegen.
„Im vergangenen Jahr hat sich die Strompreisdifferenz zwischen Großbritannien und dem Rest Europas fast verdoppelt“, sagte Gareth Stace, Generaldirektor des British Iron and Steel Institute. „Die Stahlindustrie wird nicht in der Lage sein, massiv in neue, fortschrittliche und energieintensive Anlagen zu investieren, und der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Produktion wird schwierig sein.“
Berichten zufolge würde sich der Stromverbrauch um 250 % erhöhen, wenn die Kohle-Hochöfen in Großbritannien auf Wasserstoff-Stahlproduktion umgestellt würden; bei einer Umstellung auf Lichtbogen-Stahlproduktion würde er sich um 150 % erhöhen. Gemessen an den aktuellen Strompreisen in Großbritannien wären die Betriebskosten der Wasserstoff-Stahlindustrie dort um fast 300 Millionen Pfund pro Jahr (ca. 398 Millionen US-Dollar pro Jahr) höher als in Deutschland.


Veröffentlichungsdatum: 16. Dezember 2021