Sieben Monate nachdem die von den USA und Europa verhängten Sanktionen den Export von russischem Stahl erschwert haben, verändert sich der Handelsfluss auf dem globalen Stahlmarkt. Derzeit lässt sich der Markt im Wesentlichen in zwei Kategorien unterteilen: den Markt für preisgünstigen Stahl (hauptsächlich russischer Stahl) und den Markt für hochpreisigen Stahl (mit geringem oder keinem Anteil an russischem Stahl).
Trotz der europäischen Sanktionen gegen russischen Stahl stiegen die europäischen Importe von russischem Roheisen im zweiten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 250 %. Europa ist weiterhin der größte Importeur russischer Halbzeuge, wobei Belgien mit 660.000 Tonnen im zweiten Quartal den größten Anteil abnahm und damit 52 % der gesamten europäischen Halbzeugimporte ausmachte. Da keine spezifischen Sanktionen gegen russische Halbzeuge verhängt wurden, wird Europa auch künftig aus Russland importieren. Die USA hingegen haben seit Mai die Einfuhr von russischem Blech gestoppt, wodurch die Blechimporte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um rund 95 % zurückgingen. Dadurch könnte Europa zu einem Markt für Bleche mit niedrigen Preisen werden, während die USA aufgrund des reduzierten russischen Angebots zu einem Markt mit relativ hohen Blechpreisen werden könnten.
Veröffentlichungsdatum: 30. September 2022
