Einige große Stahlwerke in Asien haben den Exportpreis für Bleche gesenkt.

Das große vietnamesische Stahlwerk Formosa Ha Tinh senkte am Freitag den Preis für seine warmgewalzten Stahlcoils der Sorte SAE1006 zur Lieferung im Dezember auf 590 US-Dollar pro Tonne CFR Vietnam. Obwohl der Preis gegenüber der Lieferung im November um etwa 20 US-Dollar pro Tonne gesunken ist, sind die Preise in Asien weiterhin hoch.

Derzeit liegt der Exportpreis für gängiges Warmband aus Stahlwerken in Nordchina bei 555 US-Dollar pro Tonne FOB, die Seefrachtkosten nach Südostasien bei etwa 15 US-Dollar pro Tonne. Dadurch ergibt sich im Vergleich zu lokalen Ressourcen in Vietnam ein gewisser Preisvorteil. Auch große indische Stahlwerke senkten letzte Woche den Exportpreis für Warmband auf 560–570 US-Dollar pro Tonne FOB, wobei einige Preise verhandelbar sind. Hauptgrund hierfür ist die schwache Inlandsnachfrage nach Stahl. Die Stahlwerke sind nicht bereit, ihre Produktion zu drosseln und hoffen, die Nachfragelücke durch höhere Exporte auszugleichen. Ein führendes südkoreanisches Stahlwerk gab zudem an, dass seine nachgelagerten Verarbeiter und Großhändler über hohe Lagerbestände an Blechen für mindestens zwei Monate verfügen. Daher erwägt das Werk Preissenkungen, um mehr Exportaufträge für Bleche zu vergeben. Aktuell bieten südkoreanische Stahlwerke für Warmbandexporte nach Südostasien mit Liefertermin im Dezember in der Regel 580 US-Dollar pro Tonne CFR an, ohne dass sich dadurch ein deutlicher Preisvorteil ergibt.

Aufgrund der jüngsten Abschwächung der chinesischen Stahlpreise blicken ausländische Stahlwerke mit wenig Zuversicht in den zukünftigen Markt. Einige Unternehmen gehen davon aus, dass sich die chinesische Stahlnachfrage Ende Oktober erholen könnte, doch wichtiger ist, dass ein starker Produktionsrückgang unwahrscheinlich ist und die Stahlpreise im Ausland voraussichtlich weiter fallen werden.


Veröffentlichungsdatum: 18. Oktober 2022