Derzeit ist der Stahlpreis in China schwach. Der Exportpreis für Warmbandstahl einiger Stahlwerke ist auf etwa 520 USD/Tonne FOB gesunken. Die Gegenpreise südostasiatischer Abnehmer liegen im Allgemeinen unter 510 USD/Tonne CFR, und das Handelsvolumen ist gering.
Die Kaufbereitschaft südostasiatischer Händler ist derzeit generell gering. Einerseits treffen im November vermehrt Waren in Hongkong ein, wodurch die Bereitschaft der Händler, ihre Lagerbestände aufzufüllen, gedämpft ist. Andererseits fielen die Aufträge für die Weiterverarbeitung in Südostasien im vierten Quartal schwächer als erwartet aus, insbesondere die Exportaufträge nach Europa. Hohe Energiepreise in Europa, gepaart mit einer geringeren Kaufkraft aufgrund höherer Zinsen, haben zu einem Vertrauensverlust in das traditionelle Weihnachtsgeschäft und zu geringeren Bestellungen von Konsumgütern geführt. Laut Eurostat-Daten vom 19. Oktober lag der endgültige harmonisierte Verbraucherpreisindex (VPI) im Euroraum im September bei 9,9 % gegenüber dem Vorjahr und erreichte damit einen neuen Höchststand, der die Markterwartungen übertraf. Kurz- bis mittelfristig dürfte die europäische Wirtschaft daher kaum einen Unterschied machen.
Darüber hinaus wird die Stahlnachfrage in der Europäischen Union laut dem vom Weltstahlverband veröffentlichten Kurzfristprognosebericht für Stahl im Jahr 2022 voraussichtlich um 3,5 % sinken. Angesichts der angespannten Gasversorgungslage wird die Stahlnachfrage in der EU auch im nächsten Jahr weiter zurückgehen.
Veröffentlichungsdatum: 31. Oktober 2022
