Der Begriff „Industrielle Symbiose“ hat in letzter Zeit breite Aufmerksamkeit erregt. Industrielle Symbiose ist eine Form der industriellen Organisation, bei der Abfälle aus einem Produktionsprozess als Rohstoff für einen anderen Produktionsprozess genutzt werden, um Ressourcen optimal zu nutzen und Industrieabfälle zu minimieren. In der Praxis und hinsichtlich der gesammelten Erfahrungen befindet sich die industrielle Symbiose jedoch noch in einem frühen Entwicklungsstadium. Daher plant die EU das Demonstrationsprojekt CORALIS, um die Probleme bei der praktischen Anwendung des Konzepts der industriellen Symbiose zu testen und zu lösen sowie relevante Erfahrungen zu sammeln.
Das Demonstrationsprojekt CORALIS wird vom EU-Forschungs- und Innovationsrahmenprogramm „Horizont 2020“ gefördert. Der vollständige Name lautet: „Aufbau einer neuen Wertschöpfungskette durch Förderung langfristiger industrieller Symbiose“. Das Projekt startete im Oktober 2020 und soll im September 2024 abgeschlossen sein. Zu den beteiligten Stahlunternehmen gehören voestalpine, Sidenor (Spanien) und Feralpi Siderurgica (Italien); zu den Forschungseinrichtungen zählen unter anderem das K1-MET (Österreichisches Forschungsinstitut für Metallurgie und Umwelttechnologie) und die Europäische Aluminiumvereinigung.
Die CORALIS-Demonstrationsprojekte wurden in drei ausgewählten Industrieparks in Spanien, Schweden und Italien durchgeführt: Escombreras (Spanien), Höganäs (Schweden) und Brescia (Italien). Darüber hinaus plant die Europäische Union ein viertes Demonstrationsprojekt im Industriegebiet Linz (Österreich), das die Verknüpfung der Melaminchemieindustrie mit der voestalpinen Stahlindustrie in den Mittelpunkt stellt.
Veröffentlichungsdatum: 06.09.2021
