Was ist weißer Rost auf verzinktem Stahl?

Während Flecken durch feuchte Lagerung oder „Weißrost“ die Schutzwirkung einer Verzinkung selten beeinträchtigen, handelt es sich um einen ästhetischen Makel, der sich relativ leicht vermeiden lässt.

Lagerflecken durch Nässe entstehen, wenn frisch verzinkte Materialien Feuchtigkeit wie Regen, Tau oder Kondenswasser (hohe Luftfeuchtigkeit) ausgesetzt sind und an einem Ort mit geringer Luftzirkulation gelagert werden. Diese Bedingungen können die Bildung der schützenden Patina beeinträchtigen.

Normalerweise reagiert Zink zunächst mit Sauerstoff zu Zinkoxid und anschließend mit Feuchtigkeit zu Zinkhydroxid. Bei guter Luftzirkulation wandelt sich das Zinkhydroxid dann in Zinkcarbonat um und bildet so eine Schutzschicht um das Zink, wodurch dessen Korrosionsrate verlangsamt wird. Steht dem Zink jedoch keine freie Luftzufuhr zur Verfügung und bleibt es Feuchtigkeit ausgesetzt, bildet sich weiterhin Zinkhydroxid und verursacht nasse Lagerflecken.

Weißrost kann sich innerhalb weniger Wochen oder sogar über Nacht bilden, wenn die Bedingungen stimmen. In Küstenregionen mit starker Feuchtigkeitsbelastung kann es außerdem durch Ablagerungen von Salzen aus der Luft, die nachts Feuchtigkeit aufnehmen, zu Flecken durch feuchte Lagerung kommen.

Bei manchen verzinkten Stählen kann sich durch die Lagerung eine Art von Feuchtigkeitsflecken bilden, die als „schwarze Flecken“ bekannt sind. Diese zeigen sich als dunkle Flecken, mit oder ohne weißen, pulverförmigen Rostbelag. Diese Art von Feuchtigkeitsflecken tritt häufiger bei dünnwandigen Stählen wie Blechen, Pfetten und Hohlprofilen auf. Sie sind deutlich schwieriger zu entfernen als herkömmlicher weißer Rost, und die Flecken können mitunter auch nach der Reinigung noch sichtbar sein.


Veröffentlichungsdatum: 23. August 2022