Ein Teil der chinesischen Stahlverarbeitungsbetriebe hat die Produktion noch nicht vollständig wieder aufgenommen, doch die positive Stimmung bei den Stahlpreisen veranlasst führende Stahlwerke zu Preiserhöhungen. Die Exportkapazitäten der meisten südostasiatischen und chinesischen Stahlwerke waren im März nahezu erschöpft, und die Preise einiger Werke lagen im April vergleichsweise hoch. Derzeit liegt der gängige Exportpreis für Standardcoils bei 640–650 US-Dollar/Tonne FOB, der Preis für Kaltcoils bei über 700 US-Dollar/Tonne FOB. Bislang wurden noch keine Großaufträge abgeschlossen.
Der aktuelle Anstieg der internationalen Stahlpreise ist einerseits auf Chinas starke wirtschaftliche Erholung zurückzuführen. Laut offiziellen Statistiken stiegen die Umsatzerlöse der chinesischen Konsumgüterindustrie während des Frühlingsfestes 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 10 %. Andererseits trugen ungewöhnlich warme Wintertemperaturen in Europa zur Entspannung der Energiesituation bei. Länder wie Frankreich, die Niederlande und Polen verzeichneten neue Rekordwerte für den wärmsten Januar. Sinkende Energiepreise geben den Europäern mehr Geld für andere Ausgaben und kurbeln indirekt die Stahlnachfrage in Europa an. Der Preis für gängige europäische Walzen liegt derzeit bei 770 Euro (838 US-Dollar) pro Tonne, rund 90 Euro mehr als im Vormonat. Kurzfristig dürften die Stahlpreise im Ausland weiter steigen.
Veröffentlichungsdatum: 07.02.2023
