Am 12. Oktober veröffentlichte der Internationale Währungsfonds (IWF) die neueste Ausgabe seines Weltwirtschaftsausblicks (im Folgenden „Bericht“ genannt). Der IWF prognostiziert darin ein Wirtschaftswachstum von 5,9 % für das Gesamtjahr 2021, was 0,1 Prozentpunkte unter der Juli-Prognose liegt. Der IWF geht davon aus, dass sich die globale Wirtschaftsentwicklung zwar weiter erholt, die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie jedoch längerfristig spürbar sein werden. Die rasante Ausbreitung des Coronavirus hat die Unsicherheit hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Pandemie verschärft und zu einem verlangsamten Beschäftigungswachstum, steigender Inflation, gefährdeter Ernährungssicherheit und klimabedingten Veränderungen geführt, was zahlreiche Herausforderungen für verschiedene Volkswirtschaften mit sich bringt.
Der Bericht prognostiziert für das vierte Quartal 2021 ein globales Wirtschaftswachstum von 4,5 % (die Werte können je nach Land variieren). Die Wirtschaft der Industrieländer wird 2021 voraussichtlich um 5,2 % wachsen, ein Rückgang um 0,4 Prozentpunkte gegenüber der Juli-Prognose. Die Wirtschaft der Schwellen- und Entwicklungsländer wird hingegen um 6,4 % wachsen, ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber der Juli-Prognose. Unter den wichtigsten Volkswirtschaften der Welt liegt das Wirtschaftswachstum bei 8,0 % in China, 6,0 % in den USA, 2,4 % in Japan, 3,1 % in Deutschland, 6,8 % in Großbritannien, 9,5 % in Indien und 6,3 % in Frankreich. Der Bericht prognostiziert für 2022 ein globales Wirtschaftswachstum von 4,9 %, was der Juli-Prognose entspricht.
Die Chefökonomin des IWF, Gita Gopinath, erklärte, dass sich die wirtschaftlichen Entwicklungsperspektiven verschiedener Volkswirtschaften aufgrund von Faktoren wie unterschiedlicher Impfstoffverfügbarkeit und politischer Unterstützung auseinanderentwickelt hätten. Dies sei das Hauptproblem für die globale Konjunkturerholung. Durch die Unterbrechung wichtiger Glieder der globalen Lieferketten und deren längere Dauer als erwartet sei die Inflationslage in vielen Ländern angespannt, was die Risiken für die wirtschaftliche Erholung erhöhe und die politischen Reaktionen erschwere.
Veröffentlichungsdatum: 15. Oktober 2021
