Der Rückgang der türkischen Stahlproduktion hat den Druck auf die Zukunft noch nicht gemildert.

Nach dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine im März 2022 veränderten sich die Handelsströme auf dem Markt entsprechend. Die ehemaligen russischen und ukrainischen Abnehmer wandten sich der Türkei zu, wodurch türkische Stahlwerke schnell Marktanteile im Export von Knüppel- und Betonstahl erobern konnten. Die Marktnachfrage nach türkischem Stahl war hoch. Später stiegen jedoch die Kosten, und die Nachfrage flaute ab. Die türkische Stahlproduktion sank bis Ende November 2022 um 30 Prozent, womit die Türkei den größten Rückgang verzeichnete. Laut Mysteel ging die Gesamtproduktion im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 12,3 Prozent zurück. Hauptgrund für den Produktionsrückgang ist neben der ausbleibenden Nachfragesteigerung auch, dass steigende Energiekosten Exporte günstiger machen als die von Niedriglohnländern wie Russland, Indien und China.

Die Strom- und Gaskosten in der Türkei sind seit September 2022 um rund 50 % gestiegen, und die Produktionskosten für Gas und Strom machen etwa 30 % der gesamten Stahlproduktionskosten aus. Infolgedessen ist die Produktion gesunken, und die Kapazitätsauslastung ist auf 60 % gefallen. Für dieses Jahr wird ein weiterer Produktionsrückgang von 10 % erwartet, und es ist wahrscheinlich, dass es aufgrund von Problemen wie den Energiekosten zu Produktionsausfällen kommen wird.


Veröffentlichungsdatum: 05.01.2023