Der negative Wachstumstrend der chinesischen Stahlnachfrage wird sich bis zum nächsten Jahr fortsetzen.

Der Weltstahlverband prognostizierte, dass sich Chinas Wirtschaft von 2020 bis Anfang 2021 weiterhin stark erholen würde. Seit Juni dieses Jahres hat sich das Wirtschaftswachstum Chinas jedoch verlangsamt. Seit Juli zeigt die Entwicklung der chinesischen Stahlindustrie deutliche Anzeichen einer Abschwächung. Die Stahlnachfrage sank im Juli um 13,3 % und im August um 18,3 %. Die Verlangsamung der Stahlindustrie ist teilweise auf extreme Wetterbedingungen und wiederholte COVID-19-Ausbrüche im Sommer zurückzuführen. Zu den wichtigsten Gründen zählen jedoch die rückläufige Entwicklung der Bauwirtschaft und staatliche Beschränkungen der Stahlproduktion. Der Rückgang der Aktivitäten im Immobiliensektor ist auf die 2020 eingeführte Politik der chinesischen Regierung zur strengen Kontrolle der Finanzierung von Immobilienentwicklern zurückzuführen. Gleichzeitig werden Chinas Infrastrukturinvestitionen im Jahr 2021 nicht steigen, und die Erholung der globalen Fertigungsindustrie wird sich ebenfalls auf die Entwicklung der Exportaktivitäten auswirken.
Die World Steel Association erklärte, dass die Stahlnachfrage in China aufgrund der anhaltenden Abschwächung des Immobiliensektors im Jahr 2021 für den Rest des Jahres negativ wachsen wird. Obwohl der scheinbare Stahlverbrauch in China von Januar bis August um 2,7 % stieg, wird für 2021 insgesamt ein Rückgang der Stahlnachfrage um 1,0 % erwartet. Die World Steel Association geht davon aus, dass die Stahlnachfrage im Jahr 2022 im Einklang mit der wirtschaftspolitischen Neuausrichtung und dem Umweltschutz der chinesischen Regierung kaum wieder ansteigen wird. Eine gewisse Auffüllung der Lagerbestände könnte den scheinbaren Stahlverbrauch jedoch stützen.


Veröffentlichungsdatum: 25. Oktober 2021