Um den Trend auf dem Stahlmarkt vorherzusehen

Globales Wachstum
BHP rechnet mit einer steigenden Nachfrage in China im Geschäftsjahr 2023, weist aber gleichzeitig auf die anhaltenden Risiken durch die Covid-19-Lockdowns und den starken Einbruch im Baugewerbe hin. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt werde im kommenden Jahr Stabilität bieten und „vielleicht sogar noch viel mehr“, sollte sich die Immobilienbranche erholen. Das Unternehmen prognostiziert ein schwächeres Wachstum in anderen wichtigen Regionen, bedingt durch geopolitische Entwicklungen und Covid-19. „Dies zeigt sich besonders deutlich in den Industrieländern, da die Zentralbanken eine Anti-Inflation-Politik verfolgen und die europäische Energiekrise zusätzliche Besorgnis erregt“, so BHP.

Stahl
Obwohl sich die Nachfrage in China voraussichtlich stetig verbessern wird, hat laut BHP die „langsamer als erwartet verlaufende Erholung im Baugewerbe nach den Covid-19-Lockdowns die Stimmung entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Stahlindustrie getrübt“. Auch in anderen Teilen der Welt sinkt die Rentabilität der Stahlhersteller aufgrund der schwächeren Nachfrage, und die Märkte dürften in diesem Geschäftsjahr angesichts des sich eintrübenden gesamtwirtschaftlichen Umfelds weiterhin unter Druck stehen.

Eisenerz
Laut BHP dürfte der Rohstoff für die Stahlherstellung bis zum Geschäftsjahr 2023 im Überschuss bleiben. Dies begründet BHP mit einem stärkeren Angebot großer Bergbauunternehmen und zunehmender Konkurrenz durch Schrott. Zu den wichtigsten kurzfristigen Unsicherheiten zählen das Tempo der Erholung der Endnachfrage nach Stahl in China, Unterbrechungen der Seefracht und Produktionskürzungen in China. Langfristig prognostiziert BHP, dass die chinesische Stahlproduktion und die Eisenerznachfrage Mitte der 2020er-Jahre ihren Höhepunkt erreichen werden.

Kokskohle
Nachdem die Preise für Stahlkohle Rekordhöhen erreicht hatten, sind sie aufgrund der chinesischen Importpolitik und der russischen Exporte nun mit Unsicherheiten behaftet. Die wichtige Seefrachtregion Queensland sei nach der Ankündigung von Erhöhungen der Lizenzgebühren für Produzenten „weniger attraktiv für langfristige Investitionen“, so BHP. Der Brennstoff werde aber noch jahrzehntelang in der Hochofen-Stahlproduktion verwendet und damit die langfristige Nachfrage stützen, erklärte der Produzent.


Veröffentlichungsdatum: 17. August 2022